Die Graue-Star-Operation (Katarakt-Operation) mit Femto-Laser

Erfahren Sie alles über die revolutionäre Methode zur erfolgreichen Grauen-Star-Behandlung – ohne Schnitte und mit bislang unerreichter Präzision.

Mit Skalpell und Ultraschall: die Graue-Star-OP

Bei der Grauen-Star- oder Katarakt-Operation wird die eingetrübte natürliche Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Methode ist in Deutschland mit ca. 600.000 Eingriffen pro Jahr die häufigste OP in der Medizin. Bei den konventionellen Operationen des Grauen Stars werden mit einem mikrochirurgischen Skalpell wenige Millimeter messende Schnitte am Hornhautrand gesetzt (Kapsulotomie), anschließend wird die Linsenkapsel manuell mit eine Pinzette eröffnet.
Zur späteren Zentrierung der Kunstlinse ist dabei auf eine exakte mittige

und annähernd kreisrunde Eröffnung der Kapsel zu achten. Schließlich wird mit einem weiteren, in das Auge eingeführten Instrument der Linsenkern durch Ultraschallwellen zerkleinert (Phakoemulsifikation) und abgesaugt. Von der Linse bleibt der mittlere und hintere Teil der Hülle, die sogenannte hintere Kapsel, erhalten. Die individuell berechnete Kunstlinse wird gefaltet in die hintere Augenkammer in den Kapselsack injiziert, wo sie sich selbst entfaltet und somit den Platz der natürlichen Linse einnimmt.

Die sanfte OP-Revolution ohne Skalpell: der Femto-Laser

Eine bahnbrechende technische Innovation im Augen-OP-Bereich stellt der Einsatz des Femto-Lasers zur Behandlung des Grauen Stars dar. Dieser Laser wird seit Jahren in der Augenheilkunde bei der Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit im Bereich der Hornhaut erfolgreich angewendet (refraktive Chirurgie, sog. Femto-LASIK). Jetzt ist es gelungen, die Femto-Lasertechnik auch für die Operation des Grauen Stars einzusetzen und diesen Eingriff zu revolutionieren. Die erste erfolgreiche Graue Star-

OP in Europa wurde 2008 durchgeführt und ist derzeit die technologisch modernste Behandlungsmethode. Der Femto-Laser sendet ultrakurze Lichtimpulse (10 hoch -15 Sekunden = 0,0000000000000001 Sekunden), die durch die hohe Energiedichte das betreffende Gewebe ganz präzise an vorberechneten Stellen eröffnen können, ohne die Nachbarstrukturen thermisch zu schädigen. Dabei entstehen Schnitte mit einer Genauigkeit von 0,01 Millimeter. Bei Bedarf wird auch durch Hornhautschnitte eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigiert.

Behandlung des Grauen Stars: Femto-LASIK-Operation

Was macht der Femto-Laser besser?


Der Femto-Laser ersetzt das Skalpell des Operateurs und sorgt so für eine manuell bisher nie erreichte Präzision. Während der Femto-Laser-OP kann der Chirurg den gesamten vorderen Augenabschnitt überwachen, die Behandlungsparameter individuell vorab programmieren sowie beliebig modifizieren. Dies geschieht mit Hilfe eines softwaregesteuerten Kontrollsystems, einem hochauflösenden Echtzeit-Video-Bildschirm sowie einer integrierten OCT (optische Kohärenztomographie) zur dreidimensionalen Visualisierung. Bei dieser modernen Operationsform wird dieser Schritt vom ultrakurz gepulsten Laser, dem Femto-Laser, ausgeführt:

  • Drei Hornhautschnitte
  • Eröffnung der Linsenkapsel
  • Linsenzertrümmerung
  • Korrektur eines Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) durch zwei randparallele Hornhautschnitte.
  • Weiterhin manuell durch den Operateur erfolgt die Absaugung der alten Linse und die Implantation der Kunstlinse.

Insbesondere für die perfekte Positionierung von Speziallinsen, z.B. von Multifokallinsen oder torischen Linsen gegen Astigmatismus, ist die Präzision des Lasers äußerst hilfreich.


Vorteile des Femto-Lasers bei der Grauen-Star-Operation:


Von folgenden Vorteilen hinsichtlich Sicherheit, Präzision und Effizienz profitieren Patient und Operateur beim Einsatz des Femtosekundenlasers bei der Grauen-Star-Operation:

  • Schnittführung durch Laser reduziert die Infektionsgefahr
  • Präzisere, glattere Schnitte, dadurch weniger Traumata, schnellere Heilung und geringere Vernarbung
  • Reduzierung der Ultraschallenergie bei Absaugung der Linse auf ein Minimum, dadurch Schonung der Hornhautrückfläche, der hinteren Linsenkapsel sowie der anderen Strukturen im Auge
  • Reduzierung der Komplikationsrate und Erhöhung der Vorhersagbarkeit des operativen Ergebnisses durch vollautomatische, computergesteuerte Abläufe
  • Verringerung oder gar Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), so dass ohne Brille besseres postoperatives Sehen erreicht wird und die Wahrscheinlichkeit steigt, für die Ferne keine Brille mehr zu benötigen

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